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  • Naemi

Viva la Grischa

Bist du jemand, der sich gerne in den Bergen rumtreibt? Hochhinaus geht- zu Fuss oder mit der Bahn? Eine Freundin von mir verbrachte ihre Ferien im Kanton Graubünden. Ich fand ihre Erzählungen so spannend, dass ich sie angefragt habe, ob sie auf Suertería von ihrer Reise erzählen möchte.

Graubünden (Foto: Nina)

Nina, erzähl doch kurz, wie und wo ihr unterwegs wart?

Vor ein paar Wochen fuhren wir für 6 Tage mit dem Auto nach Santa Maria, im Val Müstair. Es ist ein wunderschönes Tal im Unterengadin, welches ans Südtirol (Italien) grenzt. Im Val Müstair sind Aktivferien angesagt, wobei man sich auch wunderbar in abgelegenen Gebieten, im Tal oder in den Bergen mit prächtigen Bergseen erholen kann.

Eine schöne Wanderung, die ich empfehlen kann, ist die Tour zum Bergsee Lai da Rims, welcher 2’396 m.ü.M. liegt und obwohl es bereits Mai war, lag dort noch Schnee. Die Wanderung startet in Santa Maria und erfordert Trittsicherheit, gutes Schuhwerk sowie ein bisschen Kondition. Auf dem Weg dahin wanderten wir durch schöne Arven- und Lerchenwälder und bestaunten blumige Wiesen. Oben angekommen, entdeckten wir viele Murmeltiere, welche wir gespannt beobachteten. Der Abstieg führte uns über denselben Weg zurück. Die ganze Wanderung dauert ca. 5-6 Stunden.


Eine weitere Wanderung, welche deutlich kürzer ist, ist die Rundtour ab Müstair zum Wasserfall Cascada da Pisch. Diese Wanderung kann man direkt von Müstair aus starten und dauert ca. 2 Stunden. Wer mehr Zeit hat, kann auch vom Wasserfall weiterwandern nach Santa Maria, das Dorf vor Müstair.

Wer sich für Geschichte interessiert, kann in Müstair das Benediktinerinnenkloster Kloster St. Johann besichtigen, welches mittlerweile zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Wir haben dort lediglich die Kirche besucht und uns dann auf der Wiese nebenan erholt und Sonne getankt.

Im Val Müstair gibt es noch zahlreiche weitere Wanderrouten, hier findest du diverse Tipps und Ideen.

Da das Graubünden ja nicht nur aus dem Münstertal besteht, entschieden wir uns, auch noch andere Gebiete zu besuchen. So kamen wir auf die Region Prättigau, welche mir bis dahin völlig unbekannt war. Von Sankt Antönien aus kann man wandern, Klettersteige oder Klettertouren machen, Trottinett mieten (oben mieten, unten abgeben😊), auf dem Bergseeli Partnun ein kleines Boot mieten und den See geniessen oder auch baden (nichts für «Gfröörlis»). Da ich keine routinierte Kletterin bin, haben wir den einfachen Familienklettersteig gemacht. Oben beim Klettersteig angekommen, begrüssten uns einmal mehr viele Murmeltiere. Weiterwandern könnte man vom Partnunsee aus in eine SAC-Hütte, die jedoch schon in Österreich liegt.


Eine andere Wanderung haben wir im Valsertal gemacht. Von Vals fuhren wird ca. 30 Minuten in Richtung Stausee Zerfreila. Je nach Saison fährt auch ein Postauto dorthin und hält bei der Endstation, beim Restaurant Zerfreila. Man kann dort nicht nur essen, sondern auch logieren. Der Zerfreila-Stausee ist sehr abgelegen und die Region rund um den See wirkte auf uns eher untouristisch. Vom Stausee aus sieht man das Zerfreilahorn und kann kürzere und längere Routen wandern. Auch auf unserem knapp dreistündigen Wanderweg trafen wir wieder einen Bergsee und kleine, schöne Alphäuser.

Wo habt ihr übernachtet und gespiesen?

Im Münstertal haben wir zwei Nächte in Santa Maria im «Chasa Jaro» übernachtet. Es ist ein kleines Bed & Breakfast, das mit viel Liebe und Stil umgebaut wurde. Das Interieur gefiel uns sehr gut: viele alte Elemente blieben erhalten und doch hatte es einen modernen Touch, der sich gut im alten Haus einfügt. Das Gastgeberpaar ist sehr sympathisch und unkompliziert und gibt bei Bedarf auch Wandertipps und andere Empfehlungen.

Einmal haben wir im Chasa Jaro gegessen, wo es eine kleine Auswahl kalter und warmer Gerichte gibt wie beispielsweise Capuns, Lasagne, Hörnliauflauf und diverse Suppen. Im Winter gibt es in der Holzhütte auch Fondue und Raclette.


Wer etwas der besonderen Art sucht, kann im Chasa de Capol, welches eher einem Ritterhaus oder Museum gleicht, einen besonderen Abend erleben. Das Chasa de Capol gehört zu den Swiss Historic Hotels. Herr Schweizer, der Besitzer, hat vor vielen Jahren das Haus gekauft und umgebaut. Heute führt er das überschaubare Hotel mit seinem Sohn, welcher für das leibliche Wohl sorgt. Das Besondere ist, dass Herr Schweizer alle Gäste höchstpersönlich durch den Abend führt. Das Essen wird – wie früher – in Kupferkesseln gekocht. Die Zutaten sind stets regional resp. aus ihrem Garten. Es ist etwas Einzigartiges, man muss es erleben und eine Portion Neugierde und Zeit mitbringen.


In Sankt Antönien entdeckten wir das Gasthaus Gemsli. Der Familienbetrieb hat sechs Zimmer und man geniesst dort sehr leckere Capuns (vielleicht die leckersten...?), welche vom Ehepaar zubereitet wurden. Es gibt sogar Vegi-Capuns. Auch das Frühstück war top inkl. perfektem Müesli.

Eine Alternative zum Übernachten ist das Berghaus Sulzfluh, welches zu Fuss oder aber auch mit dem Auto von Sankt Antönien erreichbar ist. Es ist ein grösseres Berghaus mit einem Hot Pot und einer schönen, alten Gaststube. Auch von dort aus können verschiedenste Wanderungen gemacht und eben mit dem Trottinett heruntergedüst werden.


Das Beste Bier haben wir in Vals im Lebensmittelgeschäft Terralpin gefunden: das Marmot-Cervisiam Bier… Prost!

Was war dein persönliches Highlight der Reise?

Die vielen Murmeltiere, die wir gesehen haben, fand ich sehr eindrücklich. Wildtiere sieht man nicht jeden Tag und so nahe habe ich die kleinen, schnellen, süssen «Murmelis» noch selten bis nie gesehen. Das war für mich ein Highlight, sowie der wunderschöne, kleine Partnunsee. Ich liebe Bergseen, besonders dann, wenn das Wetter genügend warm ist, sodass man darin (auch wenn nur kurz) baden kann.

Ein weiteres Highlight war die Tour mit dem Bike (ausnahmsweise ein Elektrobike…) von Scuol nach Guarda und zurück. Guarda ist ein ganz kleines, wunderschönes Dorf mit typisch bemalten Bündner-Häusern.

Kommst du wieder?

Ich werde sicher wieder ins Bündnerland gehen, weil es dort so viele schöne Regionen und Dörfer gibt. Der Caumasee bei Flims sieht super schön aus und wurde uns wärmstens empfohlen. In Vals würde ich gerne die Therme besuchen, da ich es liebe, zu wellnessen. Leider war der Besuch wegen Corona nicht möglich. Ich freue mich jedenfalls auf meine nächste Reise ins Graubünden!

Danke Nina, für das Interview und den Einblick in deine Ferien im Bündnerland.

In diesem Sinne allen:

bun di, a revair!

Naemi


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